Rahmenbedingungen für Carsharing optimieren

Die städtische Energiepolitik hat gemäss der Energiestrategie 2006-2015 zum Ziel, den motorisierten Individualverkehr um 10% zu reduzieren. Gefragt ist dafür eine intelligente Mobilität, z.B. Carsharing. Beim Carsharing geht es nicht um Autos, sondern um den Verzicht auf das eigene Auto: dank Mobility verkehren in der Schweiz rund 18’000 Autos weniger. In Anlehnung an die viel gepriesenen Negawatts in der Energiepolitik kann man somit schliessen, dass es bei Mobility nicht um Autos, sondern um Negautos geht.

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Carsharing sind die Standorte, an denen die Fahrzeuge zur Verfügung stehen. Wichtige Faktoren sind dabei eine gute Verteilung im Quartier (zentrale Lage = nahe für die Kunden) und die gute Sichtbarkeit / Erreichbarkeit der Standorte. Während Parkplätze in Hinterhöfen für Private durchaus attraktiv sein können, sind sie für Carsharing nicht optimal. Idealerweise liegen die Standorte in den Quartierzentren.

Die zunehmende Nachfrage erhöht den Bedarf an guten Standorten für Carsharing. Die Stadt St. Gallen hat deshalb bereits 2009 der Mobility Genossenschaft eine Konzession (Sondernutzungsrecht) für die Beanspruchung von öffentlichem Grund als Mobility-Standort erteilt. Die Konzession ist befristet und es wird eine jährliche Abgabe fällig. In analoger Weise hat auch die Gemeinde Köniz der Mobility Genossenschaft zwei Parkplätze zur Verfügung gestellt.

In Basel hat die Regierung im November 2011 beschlossen, der Mobility Genossenschaft Parkplätze auf öffentlichem Grund zur Verfügung zu stellen, um das gemeinsame Nutzen von Autos zu fördern. Das sei umweltfreundlicher als der private Autobesitz und reduziere auch den Parkierdruck.

Es sollen dadurch nicht zusätzliche Parkplätze geschaffen werden, sondern bestehende Parkplätze, z.B. in der blauen Zone, zu Carsharing-Parkplätzen umfunktioniert und damit besser genutzt werden.

In Zusammenarbeit mit Läbigi Stadt habe ich deshalb vom Gemeinderat in einer Interfraktionellen Motion gefordert

  1. Gemeinsam mit der Mobility Genossenschaft den Bedarf an zusätzlichen Standorten für Carsharing zu ermitteln.
  2. Dort, wo ein Bedarf ausgewiesen ist, der Mobility Genossenschaft Parkplätze auf öffentlichem Grund über eine Sondernutzungskonzession zur Verfügung zu stellen.

Sollten in Zukunft andere Anbieter Carsharing-Modelle wie Mobility bieten, so ist eine Gleichbehandlung sicherzustellen.

Der Vorstoss hat einiges Medienecho ausgelöst. Ausser von ein paar ewig-gestrigen FDPlern habe ich nur positive Rückmeldungen erhalten.

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